Am Sonntag, dem 31. Oktober 2010 und 10.30 Ortszeit ereignete sich ein Selbstmordanschlag auf dem belebten Taksim-Platz in Istanbul. Der Attentäter soll versucht haben, sich Zugang zu einem Polizeibus zu verschaffen. Neben der Leiche des Attentäters wurde ein weiterer nicht explodierter Sprengsatz gefunden. Die Fahnder suchen nach einer zweiten Person, die von den Überwachungskameras neben dem Attentäter aufgenommen worden sei, hieß es. Der Attentäter soll der einzige Tote sein, weitere 22 Menschen wurden verletzt, darunter 10 Polizisten.
Der Taksim-Platz ist ein beliebter Ort für Touristen und ein Verkehrsknotenpunkt auf der europäischen Seite Istanbuls und immer wieder Schauplatz von Demonstrationen. Die Polizei ist rund um die Uhr auf dem Platz stationiert.
Sonntag, 31. Oktober 2010
Freitag, 29. Oktober 2010
Die Türkei verliert israelische Touristen – Deutschland Spitzenreiter
Bis Ende Oktober 2010 verzeichnete die Türkei einen insgesamten Zuwachs im Tourismus von 5.98 Prozent, der vor allem durch eine Steigerung auf dem deutschen und russischen Markt zu beobachten war. Gleichzeitig aber war ein starker Verlust bei den israelischen Besuchern zu verbuchen.
Laut einer vorläufigen Statistik, die von der türkischen Polizeidirektion veröffentlicht wurde, verzeichnete das Land im September 2010 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 11,7 Prozent mit 3 Millionen 486 319 der eingereisten Touristen. Noch immer steht Deutschland an der Spitze von Türkeibesuchern. Insgesamt wurden bis September dieses Jahres 23 Millionen 135 201 Besucher gezählt. An zweiter Stelle in der Beliebtheits-Skala stehen die Russen, danach Urlauber aus Groß-Britannien und dem Iran.
Ein starker Rückgang mit 62.93 Prozent wurde bei den israelischen Touristen festgestellt. Die Küstenregionen der Türkei leiden darunter, dass die israelischen Kreuzfahrt-Schiffe nicht mehr die Türkei, sondern die griechischen Inseln anfahren.
Die beliebtesten türkischen Reiseziele in Zahlen:
Antalya: 37,26 %
İstanbul: 20.43 %
Mugla: 13.89 %
Edirne: 6,74 %
Izmir: 4.44 %
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Gute Frage: "Warum erst ein Joschka Fischer?"
Der frühere israelische Botschafter über „Das Amt“
Avi Primor: Jetzt erst begreife ich die Geschichte dieser Republik
Avi Primor, früherer isralische Botschafter in Deutschland, hat sich bestürzt über die Ergebnisse der Studie „Das Amt“ geäußert. Die meisten deutschen Diplomaten hätten nicht versucht, „die für Deutschland größte Katastrophe aller Zeiten zu verhindern.
http://www.faz.net/s/homepage.html
Sonntag, 24. Oktober 2010
Brillante Aufklärung von und mit AmirKabir
Es ist an der Zeit und längst überfällig, auch auf diesem Blog einen großartigen iranischen Patrioten, Aufklärer und Autor wichtiger Schriften vorzustellen. Es handelt sich um AmirKabir. Nachdem auch er einem großen „Iran-Forum“ als aktiver Freiheitskämpfer und fleißiger Autor den Rücken gekehrt hatte, schloss er sich dem Blog von Tangsir an und schreibt dort seitdem regelmäßig als Gastautor.
mehr lesen unter
http://www.blogger.com/post-create.g?blogID=3859060768852953076
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Eine Kolumne in der Türkei: Die Minderheit sind wir!
Seit zwei Tagen etwa nehme ich mir vor, ein Fazit über den Besuch des deutschen Bundespräsidenten in der Türkei zu schreiben. Um nicht all das widerzukäuen, was in den vergangenen Tagen in der türkischen sowie in der deutschen Presse feilgeboten wurde, habe ich mich eben genau durch diese erst einmal durchgelesen. Klar war, dass Christian Wulff in der Türkei auf die Situation der Christen in der Türkei aufmerksam machen wird, nachdem er den Islam bereits und ungefragt als einen Teil Deutschlands bezeichnete. Für meinen Geschmack ein bisschen viel Religion in der Politik. Nun gut, darüber haben andere bereits geschrieben.
In der Online-Ausgabe der türkischen "Aksam"-Zeitung fand ich eine Kolumne von Özlem Celik, die mir außerordentlich gut gefallen hat und aus der ich hier einen Teil übersetzen und zitieren möchte. Özlem Celik vertritt die Generation der 25-40 Jährigen in der Türkei, die sich nicht von der religiösen Welle, die in den vergangenen Jahren über das Land geschwappt ist, erfassen ließ. Mit ihr sind es sind viele, sehr viele, die in Deutschland offenbar gar nicht wahrgenommen werden. Zu sehr sind wir damit beschäftigt, uns mit der vornehmlich anatolischenen Bevölkerung zu befassen, die sich über die Religion in der Türkei oder auch in Europa zu definieren oder zu emanzipieren versucht und vergessen darüber ganz, dass es sich bei den knapp 73 Millionen Einwohnern bei etwa einem Drittel um Aleviten handelt und ein weiterer Teil sich nicht als aktiv gläubige Muslime sieht.
So auch Özlem Celik. Sie schreibt in ihrer Kolumne "Kopftuch und meine Geschichte" folgendes: "Es stehen wieder Wahlen bevor und somit wird auch wieder der `Türban` diskutiert (...) Welchen Fernsehsender man auch anzappt, dasselbe Thema, dieselben Gesichter...Was sollen wir machen? Wer sind wir? Die wahre Minderheit...Der Minderpräsident sagt ja `Farbige`... Das sind wir. Also wir sind die Ungläubigen, die den Gläubigen mit Nachsicht und Toleranz begegnen. Uns findet man im Kreuzworträtsel unter einem Begriff mit mehr als drei Buchstaben: ATHE...
`Wo ist sie, die Demokratie? Ich will die Freiheit, kein Kopftuch zu tragen`, sagen diejenigen, die hier keine iranischen Verhältnisse wollen. (...) Die Minderheit sind wir! Leute wie ich...Auch wenn sie nicht gläubig sind, müssen die Kinder in den islamischen Religionsunterricht, selbst nachdem wir gestorben sind und man uns begraben will, kommt der Imam und hält seine Andacht...soll ich noch mehr aufzählen? (...) Ich war in der Mittelschule, 1988 und widersprach dem Lehrer, der mich daraufhin zurecht wies. Aber ich ließ nicht locker und sagte, dass ich an den Verstand und die Menschen glaube. Dies hier sei eine Schule, sagte ich, hier darf man alles diskutieren! Da war vielleicht was los.(...) Mein Vater musste das wieder gerade biegen. Ich bekam eine Disziplinar-Strafe und wurde bedroht. Gleiches erlebte ich in der Oberstufe und der Universität. (...) Meine Geschichte begann eigentlich schon früher. Ich war noch keine 9, als wir Besuch von einem Onkel bekamen, der mich beauftragte, ihm Wasser zu holen. Sein Sohn war im gleichen Alter wie ich und saß mir gegenüber: `Wieso bringt der das Wasser nicht? Nur weil ich keinen Pippi habe, denkt Ihr, ich sei Euer Dienstmädchen?` (...) Die Frauen Sure, 24. Vers heisst es: `Männer müssen Frauen beschützen. Weil Allah bstimmt hat, wer über wem steht. Die Männer können ihr Eigentum verbrauchen (und für die Familie sorgen). Eine gute Frau ist gehorsam (...) lasst sie im Bett allein (sollte das nichts nutzen und ihr gezwungen seid) schlagt sie (leicht)...(...) Weiter schreibt Özlem Celik: "Auf die Überlieferungen gehe ich gar nicht erst ein...(...) Ich habe viele gläubige Freunde. Wir reden, teilen unsere Sorgen, aber wenn die Rede auf die Religion kommt, sind wir vorsichtig. Ich möchte niemanden verletzen... Aber Leute wie ich sollen nicht abgelehnt werden und ich will nicht immer auf Freiheit und Demokratie hinweisen müssen. Wie unser Ministerpräsident sagte: `Ich beginne sanft, aber ich bin kein folgsames Schaf!"
In Deutschland sollte nicht der Fehler gemacht werden, den Islam mit der Türkei oder die Türkei mit dem Islam gleich zu setzen. Respekt vor einer fremden Kultur, Religion und Tradition - das immer! Aber wie gesagt, in der Türkei gibt es nicht nur die EINE Tradition...
In der Online-Ausgabe der türkischen "Aksam"-Zeitung fand ich eine Kolumne von Özlem Celik, die mir außerordentlich gut gefallen hat und aus der ich hier einen Teil übersetzen und zitieren möchte. Özlem Celik vertritt die Generation der 25-40 Jährigen in der Türkei, die sich nicht von der religiösen Welle, die in den vergangenen Jahren über das Land geschwappt ist, erfassen ließ. Mit ihr sind es sind viele, sehr viele, die in Deutschland offenbar gar nicht wahrgenommen werden. Zu sehr sind wir damit beschäftigt, uns mit der vornehmlich anatolischenen Bevölkerung zu befassen, die sich über die Religion in der Türkei oder auch in Europa zu definieren oder zu emanzipieren versucht und vergessen darüber ganz, dass es sich bei den knapp 73 Millionen Einwohnern bei etwa einem Drittel um Aleviten handelt und ein weiterer Teil sich nicht als aktiv gläubige Muslime sieht.
So auch Özlem Celik. Sie schreibt in ihrer Kolumne "Kopftuch und meine Geschichte" folgendes: "Es stehen wieder Wahlen bevor und somit wird auch wieder der `Türban` diskutiert (...) Welchen Fernsehsender man auch anzappt, dasselbe Thema, dieselben Gesichter...Was sollen wir machen? Wer sind wir? Die wahre Minderheit...Der Minderpräsident sagt ja `Farbige`... Das sind wir. Also wir sind die Ungläubigen, die den Gläubigen mit Nachsicht und Toleranz begegnen. Uns findet man im Kreuzworträtsel unter einem Begriff mit mehr als drei Buchstaben: ATHE...
`Wo ist sie, die Demokratie? Ich will die Freiheit, kein Kopftuch zu tragen`, sagen diejenigen, die hier keine iranischen Verhältnisse wollen. (...) Die Minderheit sind wir! Leute wie ich...Auch wenn sie nicht gläubig sind, müssen die Kinder in den islamischen Religionsunterricht, selbst nachdem wir gestorben sind und man uns begraben will, kommt der Imam und hält seine Andacht...soll ich noch mehr aufzählen? (...) Ich war in der Mittelschule, 1988 und widersprach dem Lehrer, der mich daraufhin zurecht wies. Aber ich ließ nicht locker und sagte, dass ich an den Verstand und die Menschen glaube. Dies hier sei eine Schule, sagte ich, hier darf man alles diskutieren! Da war vielleicht was los.(...) Mein Vater musste das wieder gerade biegen. Ich bekam eine Disziplinar-Strafe und wurde bedroht. Gleiches erlebte ich in der Oberstufe und der Universität. (...) Meine Geschichte begann eigentlich schon früher. Ich war noch keine 9, als wir Besuch von einem Onkel bekamen, der mich beauftragte, ihm Wasser zu holen. Sein Sohn war im gleichen Alter wie ich und saß mir gegenüber: `Wieso bringt der das Wasser nicht? Nur weil ich keinen Pippi habe, denkt Ihr, ich sei Euer Dienstmädchen?` (...) Die Frauen Sure, 24. Vers heisst es: `Männer müssen Frauen beschützen. Weil Allah bstimmt hat, wer über wem steht. Die Männer können ihr Eigentum verbrauchen (und für die Familie sorgen). Eine gute Frau ist gehorsam (...) lasst sie im Bett allein (sollte das nichts nutzen und ihr gezwungen seid) schlagt sie (leicht)...(...) Weiter schreibt Özlem Celik: "Auf die Überlieferungen gehe ich gar nicht erst ein...(...) Ich habe viele gläubige Freunde. Wir reden, teilen unsere Sorgen, aber wenn die Rede auf die Religion kommt, sind wir vorsichtig. Ich möchte niemanden verletzen... Aber Leute wie ich sollen nicht abgelehnt werden und ich will nicht immer auf Freiheit und Demokratie hinweisen müssen. Wie unser Ministerpräsident sagte: `Ich beginne sanft, aber ich bin kein folgsames Schaf!"
In Deutschland sollte nicht der Fehler gemacht werden, den Islam mit der Türkei oder die Türkei mit dem Islam gleich zu setzen. Respekt vor einer fremden Kultur, Religion und Tradition - das immer! Aber wie gesagt, in der Türkei gibt es nicht nur die EINE Tradition...
Dienstag, 12. Oktober 2010
Seehofer und sein Integrationsproblem
http://www.stern.de/kultur/humor/foto/galerie/1615271
Mit seinen Weisheiten lag Horst Seehofer ja schon öfter daneben, nun versucht sich der bayerische Ministerpräsident offenbar auch noch als Fachmann für Migration. An dieser Stelle wäre kurz zu erwähnen, dass der Bayer als solcher schon außerhalb seiner Bundeslandes-Grenzen eine Integrations-Schwierigkeit hat... insofern spricht Seehofer höchst wahrscheinlich aus eigener Erfahrung: der gescheiterte Versuch eines Bayern im preußischen Berlin - immerhin zwei höchst unterschiedliche Kulturkreise!
So betrachtet ist es nicht verwunderlich, dass sich Einwanderer aus der islamischen Kultur in einen jüdisch-christlich geprägten Kulturkreis eventuell schwerer integrieren lassen, als Menschen aus dem selben Kulturkreis, um es mit Sarrazin zu sagen. Doch ist auch hier Vorsicht geboten, denn ein Integrationsproblem entsteht nicht zwangsläufig aus einer anderen Kultur, sondern vor allem - und auch hier in Anlehnung an Sarrazin - bei Menschen aus bildungsfernen Schichten. Wer einmal beobachten durfte, wie Deutsche aus den sogenannten "bildungsfernen" Schichten sich im Ausland verhalten, der wird sicher verstehen, wovon ich spreche.
Türken oder Araber, die schon in ihrer Heimat zum Bildungsbürgertum gehörten, integrieren sich auch leicht überall da, wo sie sich entschieden haben, leben zu wollen. Integrationsverweigerer sind meist Menschen, die schon mit der Kultur ihres Herkunftslandes ein Problem hatten und sich dann an dieser vermeintlichen Kultur orientieren, wenn sie in einem anderen Land leben. Denken wir dabei nur an deutsche Einwanderer in den USA beispielsweise, die noch heute das Oktoberfest für deutsche Kultur halten und türkische Einwanderer in Deutschland frustriert es, wenn sie feststellen, dass ihre ehemaligen Nachbarn im türkischen Dorf nicht mehr damit zu beeindrucken sind, dass man es in Deutschland mit Putzen oder harter Fabrikarbeit zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht hat. Die ehemaligen Nachbarn aus dem Dorf wohnen schon längst in der Stadt, haben ihr Dorfhaus zu einem komfortablen Wochenendhaus umgebaut und ihre Kinder auf die Universität geschickt. Aber auch das ist nur eine von vielen möglichen Schablonen.
Wenn Herr Seehofer nun zurück rudert und behauptet, er habe seine Aussage nur auf den Fachkräftemangel bezogen und wolle zuerst einmal dabei auf eigenes Potenzial zurückgreifen, so ist er entweder nicht gut informiert oder ihm ist gerade keine bessere Ausrede eingefallen. Dumm nur, dass die Fakten eindeutig dagegen sprechen und man somit auf Seehofers Plumpheit nicht weiter eingehen muss: In deutschen Unternehmen fehlen aktuell 50-70 000 Fachkräfte. Diese Lücke ist bei einem Geburtenrückgang von 30-50 Prozent schlichtweg nicht zu füllen, auch nicht mit Fachkräften aus den osteuropäischen Ländern, da diese einen ebenso starken demografischen Rückgang zu verkraften haben.
Auch scheint es an Herrn Seehofer und Frau Merkel "nachvollziehbar" und lautlos vorbeigegangen zu sein, dass gerade gut ausgebildete Fachkräfte und Akadamiker eher aus Deutschland ab- und nicht einwandern. Eine Antwort darauf kann Herr Seehofer ja schon einmal vorbereiten, bevor er wieder etwas sagt, das später korrigiert werden muss und er ganz und gar den bajuwarischen Eulenspiegel gibt.
Mit seinen Weisheiten lag Horst Seehofer ja schon öfter daneben, nun versucht sich der bayerische Ministerpräsident offenbar auch noch als Fachmann für Migration. An dieser Stelle wäre kurz zu erwähnen, dass der Bayer als solcher schon außerhalb seiner Bundeslandes-Grenzen eine Integrations-Schwierigkeit hat... insofern spricht Seehofer höchst wahrscheinlich aus eigener Erfahrung: der gescheiterte Versuch eines Bayern im preußischen Berlin - immerhin zwei höchst unterschiedliche Kulturkreise!
So betrachtet ist es nicht verwunderlich, dass sich Einwanderer aus der islamischen Kultur in einen jüdisch-christlich geprägten Kulturkreis eventuell schwerer integrieren lassen, als Menschen aus dem selben Kulturkreis, um es mit Sarrazin zu sagen. Doch ist auch hier Vorsicht geboten, denn ein Integrationsproblem entsteht nicht zwangsläufig aus einer anderen Kultur, sondern vor allem - und auch hier in Anlehnung an Sarrazin - bei Menschen aus bildungsfernen Schichten. Wer einmal beobachten durfte, wie Deutsche aus den sogenannten "bildungsfernen" Schichten sich im Ausland verhalten, der wird sicher verstehen, wovon ich spreche.
Türken oder Araber, die schon in ihrer Heimat zum Bildungsbürgertum gehörten, integrieren sich auch leicht überall da, wo sie sich entschieden haben, leben zu wollen. Integrationsverweigerer sind meist Menschen, die schon mit der Kultur ihres Herkunftslandes ein Problem hatten und sich dann an dieser vermeintlichen Kultur orientieren, wenn sie in einem anderen Land leben. Denken wir dabei nur an deutsche Einwanderer in den USA beispielsweise, die noch heute das Oktoberfest für deutsche Kultur halten und türkische Einwanderer in Deutschland frustriert es, wenn sie feststellen, dass ihre ehemaligen Nachbarn im türkischen Dorf nicht mehr damit zu beeindrucken sind, dass man es in Deutschland mit Putzen oder harter Fabrikarbeit zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht hat. Die ehemaligen Nachbarn aus dem Dorf wohnen schon längst in der Stadt, haben ihr Dorfhaus zu einem komfortablen Wochenendhaus umgebaut und ihre Kinder auf die Universität geschickt. Aber auch das ist nur eine von vielen möglichen Schablonen.
Wenn Herr Seehofer nun zurück rudert und behauptet, er habe seine Aussage nur auf den Fachkräftemangel bezogen und wolle zuerst einmal dabei auf eigenes Potenzial zurückgreifen, so ist er entweder nicht gut informiert oder ihm ist gerade keine bessere Ausrede eingefallen. Dumm nur, dass die Fakten eindeutig dagegen sprechen und man somit auf Seehofers Plumpheit nicht weiter eingehen muss: In deutschen Unternehmen fehlen aktuell 50-70 000 Fachkräfte. Diese Lücke ist bei einem Geburtenrückgang von 30-50 Prozent schlichtweg nicht zu füllen, auch nicht mit Fachkräften aus den osteuropäischen Ländern, da diese einen ebenso starken demografischen Rückgang zu verkraften haben.
Auch scheint es an Herrn Seehofer und Frau Merkel "nachvollziehbar" und lautlos vorbeigegangen zu sein, dass gerade gut ausgebildete Fachkräfte und Akadamiker eher aus Deutschland ab- und nicht einwandern. Eine Antwort darauf kann Herr Seehofer ja schon einmal vorbereiten, bevor er wieder etwas sagt, das später korrigiert werden muss und er ganz und gar den bajuwarischen Eulenspiegel gibt.
Existiert das Monster vom Van-See doch...?
![]() | |
| Das Monster vom Van-See in der Saadet-Zeitung vor 121 Jahren |
Seit dieser Zeit werden die unglaublichsten Geschichten und wildesten Spekulationen über dieses türkische Monster verbreitet. In den vergangenen Jahren war es ein wenig in Vergessenheit geraten, bis zum 19. September 2010, als der Bauunternehmer Behcet Koc mit 4 Freunden nach Gevas an den Van-See fuhr, um dort in aller Ruhe ein Picknick abzuhalten.
Behcet Koc erzählt also folgendes: "Das Monster kam direkt auf uns zu und es machte den Eindruck, dass es uns töten wollte. Wir hatten tatsächlich Todesangst. Es war rabenschwarz und hatte eine Art Zacken auf dem Rücken. Es hat sich schnell bewegt, als wenn es im Wasser etwas suchen würde. Den Kopf hatte es immer unter Wasser, wir konnten ihn aber sehen. Vermutlich aufgrund des Lärms, den wir machten, ist es dann auch schnell wieder verschwunden. Es hat an verschiedenen Stellen Spuren hinterlassen, die deutlich zu sehen waren. Ich stand völlig unter Schock und habe mich erst Tage danach wieder einigermaßen erholen können", sagt Koc.
Vermutlich wird demnächst eine neue Art von "Monster-Such-Tourismus"am Van-See entstehen, über den sich die Menschen in dieser Gegend sicherlich freuen werden.
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